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12.11.2008: Kölner Express Kevin Pezzoni (19) „Beim FC will ich Nationalspieler werden“
Von MARKUS KRÜCKEN
Köln – Er ist der jüngste Stammspieler, und der einzige deutsche. Er ist mit 1,93 Metern der größte. Er ist der Mann, den Christoph Daum am häufigsten lobt. Und der FC-Coach weiß auch, warum. Kevin Pezzoni (19) – wor der Saison hatte ihn keiner auf der Rechnung. Doch im Eiltempo hat er den Durchbruch in der Bundesliga geschafft! Der Riese ergänzt sich klasse mit Nebenmann Petit. Und will am Sonntag in Bremen Superstar Diego kaltstellen.
In nur elf Monaten vom Nobody zum Aufsteiger und Stammspieler, wie geht das? Pezzoni: Deswegen bin ich zum FC gekommen. Ich hab’ hier doch nicht unterschrieben, um nur ein bisschen rumzukicken. Ich gebe immer Gas. Und der Trainer entscheidet dann, wer spielt.
Seit dem Sieg über Schalke haben Sie jedes Spiel gemacht. War das Ihre Reifeprüfung? Ja klar. In so einem Spiel guckt jeder auf dich. Ob du bestehen kannst oder nicht. Zum Glück hat alles gepasst.
Hat sich Ihr Standing innerhalb der Truppe dadurch verändert? Ja. Ich merke, wie ich voll akzeptiert werde, gerade von den älteren Mitspielern. Dass ich einen Stellenwert im Team einnehme. Es ist geil, neben einem Superstar wie Petit zu spielen. Von dem kann ich nur lernen.
Ist es für Sie ein merkwürdiges Gefühl, einziger deutscher Stammspieler zu sein? Das ist mir wurscht. Im Fußball geht’s nur nach Leistung. Und in England war ich selbst Ausländer.
Was haben Sie in Ihrer Zeit in Blackburn gelernt? Dass man nie aufgeben darf. Dass man immer seinen eigenen Weg gehen muss, also nicht nach rechts gehen, nur weil die anderen das auch tun. Dass man immer zu seiner Meinung zu stehen hat. Und ganz wichtig: Ich habe auch dort mein Fach-Abi gemacht. Schwerpunkt Marketing und Business.
Haben Sie in England auch Ihren Astralkörper geformt? Na ja. Es stimmt, ich war fast jeden Tag im Fitnessstudio. In England wird auf Krafttraining viel mehr Wert gelegt als hier. Aber schon vorher hatte ich mit meinem Vater in dieser Hinsicht viel gemacht.
Ihr Vater war Ihr Fitness-Trainer? Ja. Wir haben halt viel zusammen trainiert. Ich gehe noch heute oft mit ihm ins Fitnessstudio. Sooft es geht, wenn ich mal frei habe.
Ihre Karriere läuft wie geschmiert. War das vorherzusagen. Es ist schon kurios. Ich hatte ja sogar mal ’ne Zeitlang mit Fußball aufgehört. Das war in der E-Jugend. Ich spielte lieber Tennis, hatte einfach keinen Bock mehr auf Fußball und meldete mich vom Verein ab. Zum Glück haben meine Kumpels aber weitergespielt. Als sie nach einem Jahr immer wieder sagten: Komm doch wieder mit, da habe ich die Freude am Fußball wieder zurückgefunden.
Wer ist heute Ihr Vorbild? Mein Vater. Es ist einfach beachtlich, was der alles macht. Ich kann ihm alles anvertrauen. Er ist fast sowas wie ein bester Freund für mich.
Wie ist es heute für Sie, zurück in Ihr Heimatdorf zu kommen? Wenn ich zu meinen Eltern nach Walldorf fahre, ist das wie Urlaub. Ich schlafe lange aus, esse gut und schaue bei meinem Heimatverein vorbei. Am Sonntag erst hab’ ich da wieder die A-Jugend gesehen. Groß und klein will wissen, was ich mache.
Wie geht Ihre Freundin damit um? Sabrina und ich sind jetzt seit knapp zweieinhalb Jahren zusammen. Sie unterstützt mich, wo sie nur kann. Auch in harten Zeiten, als ich in England einsam gewesen bin.
Und was sind nun Ihre Ziele? Ich will mich mit dem FC in der Bundesliga etablieren, und wenn es so weitergeht, eine Führungsrolle übernehmen. Und eines Tages A-Nationalspieler werden. Das ist doch der Traum von jedem Fußballer. Man muß doch immer große Ziele haben.
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